Beraterhaftung – und der Verjährungsbeginn in der Anlageberatung

Nach der Bundesgerichtshofsrechtsprechung genügt allein der Umstand, dass der Anlageinteressent den ihm überlassenen Prospekt nicht durchgelesen hat, noch nicht, um ein grob fahrlässiges Verschulden des Gläubigers im Sinne der kenntnisabhängigen Verjährung nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB anzunehmen.

Haben die Anleger auf den Rat und die Angaben „ihres“ Beraters vertraut und deshalb davon abgesehen, den Anlageprospekt durchzusehen und auszuwerten, ist darin im Allgemeinen kein in subjektiver und objektiver Hinsicht „grobes Verschulden gegen sich selbst“ zu sehen.

Die unterbliebene Lektüre des Prospekts war nicht schlechthin „unverständlich“ oder „unentschuldbar“[1].

Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. März 2017 – III ZR 489/16

  1. BGH, Urteile vom 08.07.2010 – III ZR 249/09, BGHZ 186, 152 Rn. 33; vom 22.07.2010 – III ZR 99/09, NZG 2011, 68 Rn.19 sowie – III ZR 203/09, NJW-RR 2010, 1623 Rn. 15; und vom 22.09.2011 – III ZR 186/10, NJW-RR 2012, 111 Rn. 10 []

 

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