Mehrere Pflichtverletzungen in der Anlageberatung – und ihre Verjährung

Die Verjährung mehrerer eigenständiger und hinreichend deutlich voneinander abgrenzbarer Pflichtverletzungsvorwürfe in Anlageberatungsfällen sind materiellrechtlich selbständig zu beurteilen.

Die kenntnisabhängige regelmäßige Verjährungsfrist nach §§ 195, 199 Abs. 1 BGB berechnet sich für jeden dieser Beratungsfehler gesondert, so dass die Voraussetzungen des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB für jede Pflichtverletzung getrennt zu prüfen sind1.

Die verjährungsrechtlich gesonderte Prüfung mehrerer Pflichtverletzungen setzt nicht voraus, dass jede dieser Pflichtverletzungen eigenständige oder zusätzliche Schadensfolgen nach sich gezogen hat. Es genügt vielmehr, dass mehrere (voneinander abgrenzbare) Pflichtverletzungen zum Gesamtschaden beigetragen haben und ein Schadensersatzanspruch auf mehrere (voneinander abgrenzbare) Fehler gestützt wird2.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 18. Juni 2015 – III ZR 189/14

  1. s. BGH, Urteile vom 09.11.2007 – V ZR 25/07, NJW 2008, 506, 507 Rn. 17; und vom 23.06.2009 – XI ZR 171/08, BKR 2009, 372, 373 Rn. 14; BGH, Urteile vom 19.11.2009 – III ZR 169/08, BKR 2010, 118, 119 f Rn. 15; vom 22.07.2010 – III ZR 203/09, NJW-RR 2010, 1623, 1624 Rn. 13; vom 24.03.2011 – III ZR 81/10, NJW-RR 2011, 842, 843 Rn. 11; vom 07.07.2011 – III ZR 90/10, NJOZ 2011, 2087, 2088 Rn. 15; vom 22.09.2011 – III ZR 186/10, NJW-RR 2012, 111, 112 f Rn. 9; vgl. auch BGH, Urteile vom 22.10.2013 – XI ZR 42/12, BGHZ 198, 294, 302 f Rn. 24 und – XI ZR 57/12, BeckRS 2013, 20081 Rn. 26 sowie Beschluss vom 21.10.2014 – XI ZB 12/12, BGHZ 203, 1, 59 Rn. 142 []
  2. s. BGH, Urteile vom 07.07.2011 aaO S.2088 f Rn. 15; und vom 22.09.2011 aaO S. 113 Rn. 9 []

 

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