Planmäßige Falschberatung ist sittenwidrige Anlageberatung

Nach der Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs ist ein Anlage­ber­ater, der vorsät­zlich eine anleger- und objek­twidrige Empfehlung abgibt und die Schädi­gung des um Rat fra­gen­den Anlegers zumin­d­est bil­li­gend in Kauf nimmt, dem Anleger wegen vorsät­zlich­er sit­ten­widriger Schädi­gung zum Schadenser­satz verpflichtet1.

Dementsprechend han­delt auch sit­ten­widrig, wer als Leit­er eines mit Anlage­ber­atung befassten Unternehmens ein Sys­tem etabliert, das darauf gerichtet ist, den Kun­den unter plan­mäßiger Falschber­atung ihren Inter­essen und ihrer Risikobere­itschaft nicht entsprechende risikobe­haftete Anla­gen zu empfehlen2.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 8. März 2016 — VI ZR 461/14

  1. BGH, Urteil vom 19.02.2008 — XI ZR 170/07, BGHZ 175, 276 Rn. 29 []
  2. BGH, Beschluss vom 18.08.2015 — VI ZR 302/14 13; vgl. auch BGH, Urteil vom 14.07.2015 — VI ZR 463/14, Ver­sR 2015, 1574 Rn. 24 []

 

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